Sonntag, 6. August 2017

Unterwegs in Bremen | "Horn to be wild"-Festival 2017



Die letzten Posts waren doch wenig Bremen lastig. Es wird daher dringend Zeit, auch mal wieder etwas von meiner Heimatstadt zu berichten denn auch hier passieren Dinge, über die es sich zu schreiben lohnt:

Seit drei Jahren wird im Rhododendronpark in Bremen das "Horn to be wild"-Festival veranstaltet. Bei der Premiere war ich leider schon anderweitig verplant, aber im letzten Jahr hat es für mich dann geklappt und da es mir so gut gefallen hat war klar, dass ich auch dieses Jahr wieder dabei sein wollte.


Die diesjährigen Bands kannte ich alle nicht, aber bereits die erste Band "Masters and Thieves" fand ich ziemlich cool: sehr angenehme Gesangsstimme zu chilliger Musik. Genau mein Ding! Auch die rstlichen Bands empfand ich als durchaus hörenswert. Einzig die Musik der Band "Alltag" war für meinen Geschmack etwas nervig, aber ich bin eh nicht so der große Elektromusik-Fan. Da jedoch genug Leute von der Bühne die Band abgefeiert haben, möchte ich ihnen ihre Daseinsberechtigung nicht abstreiten. Ich muss ja schließlich nicht alles mögen!


Kulinarisch wurden wir vom "Burgerhaus", einem veganan Crêpes-Stand sowie einem Projekt mit minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen, die mit Gerichten aus ihren Heimatländern die Festivalbesucher verwöhnten. Dieses Jahr hab ich leider nichts mehr davon abbekommen, da bereits alles in windeseile weggefuttert wurde, aber aus meinen Erfahrungen vom letzten Jahr kann ich dazu nur sagen: zu Recht! Das Essen war wirklich lecker und ich finde dieses Projekt ganz klasse!




Mit Getränken wurden wir auch dieses Jahr wieder von der "Union Brauerei" sowie dem ""Blauen Fasan" versorgt. Auf Bier hatte ich dieses Jahr keine Lust und hab mich daher an die wirklich leckeren Cocktails gehalten. Und ich muss ganz ehrlich sagen: der Dark'n'Stormy Cocktail ist der Hammer! Diese leichte Schärfe von dem Ingwer fand ich richtig super! Kann ich nur empfehlen.


Um 21:00h stand mit "Hi! Spencer" dann auch schon die letzte Band auf der Bühne. Insgesamt war das mal wieder ein sehr schöner Tag, bei dem auch der Bremer Sommer wieder mitgespielt hat. Ein großes Kompliment geht aber an dieser Stelle auch an die jungen Organisatoren dieses Festivals, die es auch dieses Jahr wieder geschafft haben, dieses kleine aber feine Event auf die Beine zu stellen. Wenn es nächstes Jahr wieder ein "Horn to be wild"-Festival geben wird, bin ich mit Sicherheit wieder dabei!

Montag, 31. Juli 2017

Kurztrip | Zwischenstopp in Kopenhagen


Wenn man frisch aus Island in Kopenhagen eintrifft, können einen die gängigen Preise für Essen und Getränke erst mal nicht wirklich schocken. Im Gegenteil! Uns erschien Kopenhagen geradezu günstig. Auf die allgegenwärtigen Hotdog-Stände trifft dieses auch tatsächlich zu. Wenn man dann allerdings in einem Restaurant für 2 wirklich leckere Smørrebrød und zwei kleine Getränke 50,00€ auf den Tisch legt, hat sich das mit dem "günstig" auch ganz schnell erledigt. Vielleicht hätte man stutzig werden sollen, dass nirgendwo Preise zu sehen waren...

Aber auch mit dem teuersten Butterbrot der Welt im Magen, hat uns dies den Aufenthalt in der Hauptstadt Dänemarks keineswegs vermiest. Ganz im Gegenteil. Ich hatte im Vorfeld nicht allzu viel über Kopenhagen recherchiert und war daher anfangs doch ziemlich erstaunt wie viele Kanäle es dort gibt und ich war mir gar nicht mehr so sicher, ob wir versehentlich nicht doch in Amsterdam gelandet sind. Ich liebe es, wenn Städte am Wasser liegen und da ist es mir auch ziemlich egal, ob die Wasserquelle ein größerer Fluss oder sogar direkt das Meer ist. In Kopenhagen findet sich aufgrund der Kanäle gefühlt sogar beides.

Unsere Unterkunft hatte ich über Airbnb im Stadtteil Christianshavn gebucht. Dies war logistisch durchaus praktisch, denn man befindet sich hier bereits in einem äußerst lebhaften und sehenswerten Stadtteil, aber man ist auch sehr schnell zu Fuß in der Innenstadt.






Kopenhagen hat eine der größten Fußgängerzonen, die ich je gesehen habe. Wer es sich also leisten kann ausgiebig zu shoppen, muss sich überhaupt keine Sorgen machen, während des Shopping-Blackout von einem Auto überrollt zu werden. Die ganze Stadt ist ohnehin eher auf Radverkehr als auf motorisierten Untersatz ausgelegt. Von Christianshavn bis zur Innenstadt ist sogar nur für Rad und Fußgänger eine sehr aufwendige und moderne Brücke gebaut worden. Kopenhagen ist nicht umsonst eine der fahrradfreundlichsten Städte überhaupt.

 

Eine sehr empfehlenswerte Art die Stadt kennenzulernen ist nicht nur zu Fuß, sondern auch zu Wasser. Es gibt ganz hervorragende Stadtrundfahrten mit dem Boot, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt anfahren, wie zum Beispiel das neue Theater, die Oper, das Schloss Amalienborg und ebenso die kleine Meerjungfrau. Diese ist vom Land aus natürlich besser zu erkennen und man bekommt dort nicht nur ihre Rückenansicht, sondern auch ihr hübsches Gesicht vor die Linse. Allerdings ist der Massenandrang an Land doch um einiges großer als auf dem entspannten Schiff.








Wer keine überteuerten Butterbrote essen möchte und auch kein allzu großes Verlangen nach Hotdogs hat, kann ganz wunderbar im Papirøen speisen. Dies ist ein riesiger überdachter Street Food Markt der keine Gaumenwünsche offen lässt. Andererseits kann es allerdings auch passieren, dass man von dem riesigen Angebot schlichtweg überfordert ist. So ist es mir zumindest ergangen. Der Street Food Markt findet sich übrigens in "unserem" Stadtteil Christianshavn. Und noch eine andere Sehenswürdigkeit findet sich hier: die Freistadt Christiania. Auch wenn man nicht dem Haschischkonsum nachgeht, ist diese alternative Wohnsiedlung durchaus einen Besuch wert. Das alte Kasernengelände wurde in den siebziger Jahren von den Bewohnern der Nachbarschaft in Beschlag genommen und frönten hier einen alternativen Lebensstil. Hier finden sich zahlreiche Cafés und Restaurants sowie kleinere Geschäfte und ein Konzertsaal zwischen den vielen bunten Graffitihäusern. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs bestand auch noch ein reger öffentlicher Verkauf von Haschisch und Cannabis in der Pusher Street. Dicht an dicht fanden sich hier Bretterbuden, in denen fertig gedrehte Joints sowie sämtliches Kifferzubehör zum Verkauf von den vermummten Dealern angeboten wurde. Kurz nach unserem Besuch ist es jedoch zu einem gewaltsamen Zwischenfall zwischen einem Dealer und der Polizei gekommen, der die Anwohner von Christiania dazu bewogen hat, den weiteren Verkauf zu untersagen und die Bretterbuden abzureißen. Überhaupt waren die Dealer und der von ihnen ausgehende Bandenkrieg ein zunehmendes Problem in Christiania, denn die Dealer sind keineswegs Bewohner dieses Stadtteils. Ich hoffe, dass mit dem offiziellen Ende der Verkaufsstände wieder Ruhe in diesem Stadtteil eingezogen ist, denn Christiania ist auch ohne die belebte Pusher Street sehr skurril und sehenswert.






Nach 1 1/2 Tagen hieß es dann mal wieder Abschied nehmen von "unserer" hübschen Straße in Christianshavn und Kopenhagen. Kopenhagen ist definitiv einen zweiten Besuch wert, und wenn der Geldbeutel es zulässt werden wir sicherlich noch einmal wiederkommen.

Sonntag, 30. Juli 2017

Urlaub auf Island | Der Süden


Wir sind inzwischen auf unserer Zielgeraden angekommen und dort gelandet, wohin es wohl jeden Island-Neuling verschlägt: die Südküste. Wer im Internet nach den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Islands googelt, wird auf beeindruckende Wasserfälle, schwarze Strände, grüne Hügel, Gletscher sowie die hier bereits erwähnte Gletscherlagune stoßen. Diese sind allesamt an der Südküste zwischen Reykjavik und Höfn zu finden. Das ist sicherlich auch der Grund, warum sich hier im Süden die meisten Touristen tummeln. Gerade wer sich nur kurz auf Island aufhält wird sich sicherlich neben dem Golden Circle diese Gegend nicht entgehen lassen wollen. Ich will nicht behaupten, dass der Norden in der Hauptsaison leer ist, aber im Süden sind die Menschenansammlungen gerade auch durch die Kurzurlauber doch um einiges größer.

Bei unserer Ankunft in Vík haben wir gleich als erstes den schwarzen Strand Reynisfjara besucht. Die ganzen Warnschilder sollten übrigens unbedingt ernst genommen werden! Die Strömung ist hier sehr stark und es kommt durchaus vor, dass eine Welle weiter auf den Strand gespült wird, als die meisten anderen. Diese Wellen haben unglaubliche Kraft und können einem unachtsamen Strandspaziergänger mühelos von den Beinen holen und ins Meer ziehen. Da es hier leider auch schon zu Todesfällen gekommen ist, kann vor der Strömung gar nicht eindringlich genug gewarnt werden.


 
Wer (wie wir) außerhalb der Brutzeit der Papageientaucher diese Gegend besucht, kann dem Felsplateau Dyrhólaey einen Besuch abstatten. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf den schwarzen Strand sowie die weitere Umgebung von Vík. Wir sind an unserem letzten Tag in aller Früh bei strahlenden Sonnenschein dort gewesen und nachdem der Reisebus mit seiner Reisegruppe wieder weiterfuhr hatten wir diesen Flecken Erde für einen Augenblick ganz für uns alleine.




Eine gute Aussicht hat man übrigens auch von dem nahe gelegenen Leuchtturm. Auf Island trifft man immer wieder auf ziemlich kleine Leuchttürme, die neben denen, die man von der Norddeutschen Küste kennt, echt winzig sind. Dieser Leuchtturm ist da eine der wenigen Ausnahmen. Zwar ist er auch nicht wirklich hoch (muss er auch nicht, da er auf diesem hohen Felsen steht), aber im Vergleich zu den anderen Türmen kann man diesen tatsächlich als Gebäude bezeichnen. Und dazu gibt es dann noch diese großartige Aussicht!





Vom Leuchtturm aus ging es weiter in Richtung des Vulkans, der mit Sicherheit auch Nicht-Islandbesuchern bekannt ist, und dessen Namen für so manchen Nachrichtensprecher eine echte Herausforderung war: der Eyjafjallajökull. Direkt von der Ringstraße aus kann man bereits eine der großen Touristenmagneten erkennen. Den Wasserfall Skógafoss.


Rechts neben dem Wasserfall führt ein Weg zur Spitze des Wasserfalls hinauf. Von hieraus erhascht man nochmals einen ganz fantastischen Ausblick auf die umliegende Landschaft.





Weiter Richtung Westen warten mit dem Seljalandsfoss und Gljúfurárbui noch zwei weitere sehenswerte Wasserfälle auf uns. Hinter dem Seljalandsfoss führt ein Weg hinter dem Wasserfall entlang und hier ist es in der Tat empfehlenswert wasserfeste Kleidung zu tragen. Da ich meine Kamera auch vor dem Wasser schützen musste hab ich kurzerhand eine Plastiktüte als Kameraregenponcho umfunktioniert. Da hinter dem Wasserfall natürlich ein Objektivwechsel nicht unbedingt ratsam ist, hab ich mich für das Weitwinkelobjektiv entschieden, auch wenn dieses unter Umständen die Bilder leicht verzerren kann. Aber so hatte ich zumindest den ganzen Wasserfall vor der Linse.





Ein paar hundert Meter weiter trifft man in einer Höhle auf den Gljúfurárbui. Auch wenn dieser nicht ganz so berühmt wie sein Nachbar ist, ist er absolut sehenswert und nicht minder spektakulär.


Und damit war unser letzte Programmpunkt in diesem Urlaub dann auch schon abgearbeitet. Unsere letzte Übernachtung hatte ich in Selfoss gebucht, bevor es dann am nächsten Tag wieder Richtung Keflavík und von dort auch fast wieder Richtung Heimat ging. Da es zu diesem Zeitpunkt keinen Direktflug mehr nach Bremen gab, hatten wir uns im Vorfeld dazu entschieden über Kopenhagen nach Bremen zu fliegen. Und dass dies eine absolute brillante Idee von uns war werde ich nächstes mal berichten.

Dienstag, 4. Juli 2017

Urlaub auf Island | Eisland


Der nächste Morgen war leider noch genauso wolkenverhangen, wie der vorherige Tag. Damit mussten wir uns nun arrangieren. Einerseits mag ich nebeliges Wetter, aber wenn man nur kurz an einem Ort ist, weiß ich eine gute Aussicht bei schönem Wetter durchaus zu schätzen. Auf die Gletscherlagune Jökulsárlón hatte ich mich schon sehr gefreut. Aber meine Vorfreude wurde von dem Bild, dass sich uns darbot doch ziemlich getrübt. Die Wolken hatten sich regelrecht an den Berghängen festgekrallt und immer wieder gab es kleinere Regenschauer. Normalerweise sind wir auf unseren Reisen immer ziemliche Glückspilze, aber an diesem Tag schien dies ein Ende zu haben.



Als wir aber dann bei der Lagune ankamen, waren alle Zweifel weggeblasen. Die Eisberge schimmerten sogar bei grauem Himmel bläulich und auch wenn die Sicht natürlich nicht so klar war wie ich es mir gewünscht habe,  war der Anblick einfach großartig!







Die Meinungen, ob sich eine Fahrt mit dem Boot auf der Gletscherlagune lohnen würde gingen weit auseinander. Von "unbedingt machen" bis "muss nicht unbedingt sein müssen" und "man kann sich das Geld dafür auch sparen" war alles dabei. Wir haben uns aus Kostengründen gegen die Tour entschieden und ich bin im Nachhinein auch nicht traurig darüber. Der Anblick vom Ufer war absolut einmalig und ich kann mir nicht vorstellen, dass dies durch eine Bootsfahrt noch hätte getoppt werden können. 

Unbedingt lohnenswert ist jedoch der Gang an den Strand. Die durch die kleine Bucht ins Meer getrieben Eisschollen wurden bei der Ankunft im offenen Meer durch die Wellen erneut an den Strand gespült wurden. Glasklares Eis! Großartig!




Ich hätte durchaus noch länger am Ufer stehen bleiben können, doch der Regen hatte uns wieder eingeholt und so ging es für uns flink zurück ins Auto um nur nach einer kurzen Autofahrt an der nächsten Lagune, der Fjallsálón, den nächsten Stopp einzulegen. Der Gletscher fällt geradezu in die Lagune hinein und auch wenn der größte Teil hinter den Wolken verschwand, so war der Anblick doch einzigartig. Die Bilder können dies gar nicht wirklich rüberbringen. Die Landschaft sah tatsächlich aus wie gemalt.






Mit dem wieder einsetzenden Regen ging es dann für uns weiter Richtung unseres Tageszieles Vík. Unterwegs hatte ich noch einen Zwischenstopp eingeplant, den wir aber stark vom Wetter abhängig machten. Als hätte Petrus endlich Mitleid mit uns klarte sich der Himmel tatsächlich ein wenig auf und offenbarte einige Ausblicke auf die Gletscherausläufe des Vatnajökull.




Da der Regen tatsächlich eine längere Pause eingegte haben wir den Abstecher zum Fjaðrárgljúfur Canyon gewagt. Die Straße 206 dorthin ist zwar für normale PKWs zugelassen, aber trotzdem ziemlich holprig. Bei Regen wären wir hier mit Sicherheit nicht entlanggefahren, aber da das Glück uns in diesem Moment treu war, haben wir den Canyon unbeschadet erreicht und wurden mit diesem schönen Anblick belohnt:




Laut meinem Reiseführer soll dieser Canyon bereits 2 Mio. Jahre alt sein. Diese Zahl ist für mich noch weniger greifbar als die an die 2000 Jahre alten Redwoodbäume, die wir vor einigen Jahren in Oregon gesehen haben. Was sind dagegen schon die gut 40 Jahre, die unsereins bereits auf den Buckel hat? 

Wir sind ein Stück des Weges, der oberhalb des Canyon entlangführt, gelaufen. Der Canyon ist ca. 2 km lang, da aber unser guter, alter Freund namens Regen wieder zu uns stieß, sind wir nicht die komplette Strecke gelaufen, sondern haben den letzten Abschnitt unserer Fahrt nach Vík fortgesetzt. Mit der Ankunft in Vík wurde dann auch schon das nahende Ende unserer Reise eingeläutet. Hier warteten auf uns die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten, wie der schwarze Strand und einige imposante Wasserfälle. Und weiterhin hoffte ich darauf, dass wir bis dorthin unsere lästigen Urlaubsbekanntschaften Regen und Nebel abschütteln konnten.