Freitag, 30. September 2016

Unterwegs in Bremen | Whisky-Seminar im "Whisk(e)y and more"


Das ernsthafte Interesse an Whisky wurde bei meinem Freund während eines Besuchs bei meiner Freundin in Berlin geweckt. Meine Freundin hatte während eines Schottlandurlaubs mehrere Destillerien besucht und ist dabei auf den Geschmack gekommen. Sie besitzt seitdem eine kleine Auswahl an verschiedenen Whiskyflaschen und so kam es, dass wir bei ihr in der Küche saßen und unsere erste Whiskyprobe erhielten. Wieder zurück in Bremen hab ich dann meinem Freund zum Geburtstag eine Teilnahme an einem Whiskyseminar bei Whisk(e)y and More geschenkt und obwohl mich das Whiskyfieber bis dahin noch nicht gepackt hatte, hab ich ihn begleitet. Es kam wie es kommen musste: nach dem Seminar kaufte ich mir meinen ersten "Auchentoshan 12 years old". Seit diesem Tag ist unser Whiskysortiment stetig gewachsen und ich freue mich auch schon ein wenig auf die dunkle Jahreszeit wenn wir abends auf dem Sofa sitzen und uns ein oder manchmal auch zwei Gläschen einschenken. Denn in dieser Hinsicht sind wir uns einig: 1. Whisky ist kein Sommergetränk und 2. Whisky trinkt man langsam und genussvoll.


Im September waren wir nun erneut zu einem Whiskyseminar im Whisk(e)y and More. Und obwohl es auch dieses mal wieder ein Einsteigerseminar war, gab es nur wenig Wiederholungen und auch komplett andere Whiskysorten zum probieren. Den Beginn machte dieses mal ein irischer Single Malt Whiskey. Grundsätzlich sollte man eh erst mit den vermeintlich "milderen" Sorten anfangen und sich langsam zu den rauchigen Sorten hocharbeiten.



Im Seminar bekommt man aber nicht nur 6 verschiedene Whiskeysorten vorgesetzt, sondern man erfährt auch einiges über die richtigen Whiskygläser, die Trinktemperatur, den Unterschied zwischen dem schottischen Single Malt Whisky und amerikanischen Bourbon und dass man Whisky zwar mit Wasser verdünnen darf (auch um bestimmte Geschmacksnoten besser zu schmecken), aber niemals auf Eis trinken sollte (es sei denn, es ist Plörre, dann ist der Geschmack eh egal).



Da wir inzwischen auch Abseits der Seminare verschiedene Whiskysorten getestet haben (der Bottlemarket letztes Jahr war eine ganz tolle Gelegenheit und ist auch dieses Jahr wieder fest eingeplant), hab ich mich nun an meinen ersten rauchigen Whisky gewagt und den Cask Islay mit nach Hause genommen. Meinem Freund schmeckt er zwar nicht so gut, aber ich komme so langsam auf den Geschmack. Und außerdem macht sich die Flasche verdammt gut in unserer Hausbar. Aber ich gestehe, dass ich mir auch noch den mildesten Whiskey des Abends gegönnt habe. Ich bin halt ein Freund der Gegensätze!

Samstag, 24. September 2016

Urlaub in Neuengland | Brückentage


Nach langer Pause geht es hier nun endlich weiter. Irgendwie ist immer was dazwischen gekommen, und ich gebe es zu: ich hatte auch mal keine Lust weiter zu schreiben. Aber ein fast unvollendeter Reisebericht ist auch irgendwie doof und daher folgt nun endlich der Bericht über die letzte Etappe. Außerdem ist das Wetter derzeit ja eh eher herbstlich und seit Juli läuft auf Netflix sogar "Gilmore Girls". Mit anderen Worten: alle Zeichen stehen auf Neuengland!

Von Vermont ging es wieder in südliche Richtung bis wir wieder in New Hampshire landeten, genauer gesagt in Keene. In Keene haben wir wieder eine ganz tolle Unterkunft über Airbnb gebucht. Bei Sue hatten wir nie das Gefühl nur irgendein zahlender Gast zu sein. Das riesige Haus war sehr schön und gemütlich eingerichtet und morgens wartete stets ein umfangreiches Frühstück mit selbst gebackenem Apple Pie auf uns.


Neuengland und insbesondere New Hampshire sind bekannt für die überdachten Holzbrücken und gerade in der Umgebung von Keene gab es einige davon zu sehen. Sue hatte uns eine Wegbeschreibung in die Hand gedrückt, und so haben wir den Tag genutzt die Brücken abzuklappern.






Das die Brücken sich alle relativ ähnlich sehen liegt daran, dass in den jeweiligen Gegenden natürlich nicht zig verschiedene Architekten am Start waren, sondern meistens nur einer. Und eben jener hat halt seinen eigenen Stil, was sich in der Bauweise der Brücken natürlich wiederspiegelt. Auch wenn die Unterschiede teilweise nicht wirklich gravierend waren, haben mir die Brücken unglaublich gut gefallen. Für mich hat sich der Anblick wie eine kleine Zeitreise angefühlt und es machte den Anschein, als hätte jeden Augenblick eine Pferdekutsche die Brücke passieren können.

Am nächsten Tag hieß es für uns Abschied von Sue zu nehmen. Für unsere Weiterfahrt gab sie uns noch einen weiteren Tipp welche Route wir fahren sollten, um den Herbst noch mal in seiner ganzen Pracht zu erleben. Da wir so langsam wieder Richtung Boston mussten hatten wir eigentlich geplant erst Richtung Süden nach Massachusetts und dann Richtung Osten zu fahren. Wir haben diesen Plan dann jedoch über Bord geschmissen und sind stattdessen Sue's Vorschlag gefolgt: statt nach Süden sind wir erst Richtung Osten gefahren und hier hat New Hampshire noch mal farbtechnisch einiges rausgehauen.




Dieser Tipp war wahrlich gold wert, denn als wir erst später dann doch Richtung Süden fahren mussten, nahm die Farbenvielfalt deutlich ab. Vor unserem Urlaub hatte ich mir die App "Foliage Leef Peepr" runtergeladen und stets mit Argusaugen den Farbverlauf beobachtet. Die absolute "Peak"-Zeit hatten wir zwar leider nirgends erreicht, aber auch mit "Moderate" wurden wir schon sehr verwöhnt. Massachusetts war dagegen allerdings noch sehr grün und der Herbst gefühlt noch in weiter Ferne. Trotzdem hatte die Fahrt noch einiges zu bieten: das kleine Städtchen Concord sowie den direkt um die Ecke liegenden Park "Walden Pond State Reservation". Letzterer diente zeitweise als Rückzugort für den Schriftsteller Henry David Thoreau (wer den Film "Club der toten Dichter" gesehen hat, kann mit diesem Namen sicherlich etwas anfangen). Der im Park liegende See ist wirklich sehr schön und kann auf einem sehr angenehmen Weg umrundet werden.




Concord ist dagegen geschichtsträchtig ein echter Hochkaräter. Die Schlacht von Concord gilt als Beginn des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Im Minute Man National Historical Park soll der entsprechende Schauplatz hierfür gewesen sein. Viele Jahre später galt Concord dann als Zentrum der amerikanischen Literatur und war Heimat einiger bedeutender Schriftsteller. Über Nathaniel Hawthrone, den bereits erwähnten Henry David Thoreau, Ralph Waldo Emerson bis zu Louisa May Alcott kann man hier allerhand erfahren. Ich gebe zu, dass ich neben Thoreau lediglich noch Louisa May Alcott kannte, vor deren Haus wir uns auch eher zufällig plötzlich wiederfanden. Und somit gibt es von mir nicht nur ein Foto vor Stephen Kings Haus, sondern auch mit der Bleibe von Louise May Alcott. Ich kleiner Häuser-Groupie ;-)







Von Concord aus fuhren wir weiter nach Framingham, einer Kleinstadt kurz vor Boston. Da es am nächsten Tag wieder nach Hause ging, haben wir uns dafür entschieden lieber eine günstigere Unterkunft vor den Toren von Boston zu nehmen. Am letzten Tag darf man ja durchaus auch mal mit dem Knausern anfangen! Framingham fand ich persönlich nicht wirklich spannend und daher spare ich es mir jetzt auch einfach großartige Worte über diese Stadt zu verlieren. Am nächsten Tag ging es dann auch schon nach Boston. Irgendwie ist der letzte Tag immer etwas seltsam, wenn man zwar noch genug Zeit hat aber irgendwie doch schon in Aufbruchstimmung ist. Und so passierte es dann auch, dass wir überpünktlich bereits am Flughafen ankamen und hier die letzten Stunden mit Warten verbracht haben.

Und somit ist der Reisebericht über Neuengland dann auch endlich beendet. Ich hoffe, dass ich für den nächsten Urlaubsbericht nicht wieder so lange brauchen werde. Im August waren wir in Island (oder heißt es auf Island?) und darüber gibt es wieder einiges zu berichten! :-)

Freitag, 18. März 2016

Tagesausflug | Ein Tag am Meer


Manche Dinge muss man einfach nur mal machen, ohne sie großartig im Vorfeld zu planen. So lief es zumindest bei uns am letzten sonnigen Sonntag. Bei dem schönen Sonnenscheinwetter wollte ich unbedingt raus noch vor die Tür und die ersten warmen Sonnenstrahlen genießen. Bei der Überlegung, ob es mal wieder an den Osterdeich oder doch lieber ins Bremer Umlandgehen sollte schoss mir ein "warum nicht an die Küste?" durch den Kopf. Ja, warum eigentlich nicht? Es war zwar schon halb drei, aber da es ja inzwischen schon etwas länger hell bleibt, war definitiv noch genug Zeit für einen Strandspaziergang. Also haben wir uns kurzentschlossen ins Auto gesetzt und sind die knapp 100 km nach Cuxhaven, oder genauer gesagt nach Duhnen gefahren.



Für diese Entscheidung hab ich mir im Nachhinein auch noch ausgiebig auf die Schulter geklopft. Die Nordsee war tatsächlich mal fast da und hat sich nicht hinter einem kilometerlangen Wattenmeer versteckt. Dazu war es geradezu windstill und daher sehr angenehm zu laufen. Wellen hat man zwar vergeblich gesucht, aber da ich ja nicht soooo der Meer-Fan bin und einem See inzwischen doch mehr abgewinnen kann, hat mich das nun überhaupt nicht gestört. Wellen hatten wir außerdem letztes Jahr bei unserem Ausflug nach Norderney mehr als genug. Die Anzahl der anderen Strandbesucher war an diesem Tag recht überschaubar, wodurch dieser Ausflug wirklich entspannt war und unser Strandspaziergang nicht zu einer Massenwanderung mutierte. Ganz besonders schön war allerdings die klare Seeluft. Die ist quasi wie eine Speedfastenkur für Kopf und Lunge. Ein paar tiefe Atemzüge und schon muss man fast aufpassen keine Sauerstoffüberdosis zu erhalten.






Auf dem Rückweg haben wir uns in einem Strandcafè noch warme Puffer mit Apfelmus gegönnt und diese draußen in einer windgeschützten Nische genossen. Das war überhaupt das erste mal, dass ich dieses Jahr etwas draußen gegessen habe. Ich finde ja eh, dass draußen alles gleich viel besser schmeckt! Mit einem letzten Blick auf die Nordsee ging es dann auch wieder zurück nach Bremen mit dem guten Vorsatz solch kurze Auszeiten viel häufiger zu unternehmen. An der Nordsee finden sich ja noch mehrere hübsche Gegenden die einen Besuch wert sind, selbst wenn dieser nur ein paar Stunden dauert.



Mittwoch, 16. März 2016

Urlaub in Neuengland | Viele, viele bunte Bäume


Heute haben wir Maine endgültig verlassen und sind durch New Hampshire Richtung Vermont gefahren. Unser nächstes Ziel hieß Montpelier, die Hauptstadt von Vermont und die obendrein kleinste Bundeshauptstadt in den Vereinigten Staaten. Die Stadt rühmt sich außerdem damit, als einzige Bundeshauptstadt keine McDonald's-Flilale und keinen Walmart zu besitzen. Überprüft haben wir das nicht, denn allzu viel haben wir von dieser wirklich sehr hübschen Stadt leider nicht gesehen. Der Sinn unseres Reisetages bestand nämlich nicht darin so schnell wie möglich ans Ziel zu gelangen, sondern so viel wie möglich den Weg dorthin zu genießen. Dies haben wir auch teilweise unabsichtlich länger getan als geplant, denn wir sind mal wieder ziemlich zu Beginn unserer Tour an der richtigen Abfahrt vorbei gesaust. Bei dem Anblick auf die wunderschön verfärbten Bäume, aber ein durchaus zu verschmerzender Umweg.







Trotz dieses unbeabsichtigten Umwegs haben wir den Kancamgus Highway doch noch erreicht, und meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Leider ist es so gut wie unmöglich, die tatsächlichen Farben bildlich festzuhalten. Irgendwie sehen sie im Nachhinein immer künstlich aus. Vielleicht ist aber auch nur meine Kamera hier an ihre Grenzen gestoßen. Wie dem auch sein: An dieser Stelle tut es mir wirklich sehr leid, aber jetzt folgt eine Bilderflut, durch die ihr nun durch müsst. Was soll ich hier jetzt groß die Landschaft beschreiben, wenn ich sie auch einfach nur zeigen kann?















Die Stadt Montpelier haben wir zum Abend hin erreicht und größenteils nur im Dunkeln gesehen, aber ein schönes Bild kann ich hier trotzdem zeigen. Nach unserer Ankunft sind wir noch ein wenig durch die Innenstadt gelaufen und haben noch was gegessen und getrunken. Die zweite Kneipe war soganr ganz lässig, denn die Besucher konnten ihre eigenen Schallplatten mitbringen und hier abspielen lassen. Bei solchen Vorhaben besteht natürlich immer die Gefahr, dass die Musik auch ganz grausam sein kann, aber nach meiner Erfahrung verirren sich Justin Bieber-Fans so gut wie nie in solche Läden. Meistens wird doch gute Rockmusik aufgelegt. Glück gehabt! :-)


Am nächsten Tag fuhren wir noch ein kleines Stück weiter Richtung Norden, denn dort befindet sich die Ben & Jerry's Produktionsfabrik, die man natürlich auch besichtigen kann. In den Produktionsräumen ist das fotografieren selbstverständlich verboten, aber wenn juckt das schon, wenn man stattdessen Eis essen kann? Außerdem gibt es hier Sorten, die man in unseren Kühlregalen vergeblich sucht. Wirklich sehr bedauerlich!




Von hier aus ging es dann wieder zurück Richtung Süden, immer entlang des Connecticut River bis wir wieder in New Hampshire landeten. Hier wartete eine weitere, ganz bezaubernde Unterkunft auf uns, die wir für die nächsten zwei Tage unser Zuhause nennen durften. Aber davon mehr im nächsten Post. Bis dahin dürft/müsst ihr noch mehr Bilder von bunten Blättern genießen/ertragen :-)